Ein Raum voller Schüler, auf der Bühne 8 Stühle und ein Thema: ASYL.

Ein Raum voller Schüler, auf der Bühne 8 Stühle und ein Thema: ASYL.

 

Darauf haben sich die Religionsschüler der Klasse 12 die letzten Wochen und Monate vorbereitet, sie haben sich selber intensiv mit dem Thema beschäftigt. So konnten Oliver Krämer und Katharina Lutze die Diskussion leiten, nachdem ein kleiner Einführungsfilm auch die anderen Gäste darauf eingestimmt hatte. Schnell wurden die Probleme von Asylbewerbern klar. Juliane Nagel (Landtagsabgeordnete der Linken) brachte an, dass es für Länder des Mittelmeerraums schwer ist, alle Flüchtlinge aufzunehmen und dass es oft wegen der Bürokratie schwierig ist, einen Asylantrag bestätigt zu bekommen. Frau Heide als Anwohnerin des Asylbewerberheims in der Pittlerstraße in Wahren berichtete von dem Unmut, der sich in einer Nachbarschaft breitmacht, wenn dort ein solches Heim gebaut wird. Anekdoten von Torsten Röder (Betreuer im Asylbewerberheim in der  Pittlerstraße) zeigten, wie Sprachbarrieren überwunden wurden und auch kulturelle Missverständnisse geklärt werden konnten. Dass auch wir Schüler etwas zur Integration beitragen und den Flüchtlingen vor allem viel Lebensfreude schenken können, zeigten uns Danaé Herold und Felix Wenzel (Schüler des Gymnasiums Grimma): in ihren gemeinsamen Projekten mit Flüchtlingen wird einfach nur zusammen Fußball gespielt oder an einem Abend gemeinsam gekocht. Michael Günz (evangelischer Pfarrer in Lützschena und Ausländerbeauftragter der Kirche) findet, dass es auch Integration ist, sich in der Gemeinde der örtlichen Moschee zu treffen.

 

In allem waren sich aber alle einig: Integration ist das falsche Wort, denn es klingt einseitig. Natürlich sollte man sich als Flüchtling an die Gewohnheiten des Landes anpassen, aber sie müssen auch die Möglichkeit dazu bekommen. So ist es zum Beispiel für die Flüchtlinge schwer, sich gesellschaftlich einzubringen, wenn sie nicht vor 3 Monaten Aufenthalt arbeiten gehen dürfen.
Was können wir zu einem besseren Miteinander beitragen? Mit ihnen gemeinsam leben! Und auch von ihnen lernen. Denn keiner von uns kann sich wirklich vorstellen, in welcher Not man sein muss, um seine Liebsten zu Hause zu verlassen und in schlimmsten Zuständen ins Ungewisse zu treiben, nur weil die Hoffnung auf ein besseres Leben größer ist.

 

Leider war es keine Diskussion, sondern mehr ein Interview zu Erfahrungen mit dem Thema Asyl. Dies kann ich aber vollkommen nachvollziehen, da solch ein Thema sehr heikel ist, und unsere Schule  keinen Platz für Rechte bieten soll. Doch bei anderen Themen sollten verschiedene Parteien für mehr Diskussionsstoff sorgen.

 

Die Diskussion war sicherlich die Krönung für die Religionsschüler, und sie wurden mit einem tollen Thema und großartiger Atmosphäre belohnt, vor allem aber sicherlich mit vielen Schülern, die jetzt anders denken als vorher!

 

Pia Sachsenröder, 12

Quelle der Fotos: Foto/Video AG (Dr. Unger)

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