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Stolpersteine – Sie verbinden auf noch ungewohnte Art die Vergangenheit mit der Zukunft

Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, um an die Verbrechen des NS-Regimes zu erinnern. Dabei werden Messingplatten, auf welchen der Name, der Geburts- und Todestag mit dem erlittenen Schicksal eines Opfers eingraviert sind, in den Gehweg vor dem letzten selbst ausgesuchten Wohnort eingelassen. Der Stein Kurt Beyers wird am 6.05.16 in der Landwehrstraße verlegt. Um ihn zu verlegen sammelt das Erich-Zeigner-Haus e.V. wieder Spenden. Insgesamt wurden bis jetzt schon über 50.000 Steine verlegt und es werden noch viele weitere folgen. Das Ziel des Projektes besteht darin, den deportierten und mit Häftlingsnummern versehenen Menschen ihre Identität wiederzugeben und somit ein weit verbreitetes Mahnmal zu erschaffen. Die Stolpersteine sind aus einem bestimmten Grund im Boden eingebracht, damit man sich beim Lesen symbolisch vor den Toten verbeugt.

Unsere Gruppe beschäftigt sich mit dem aus Schkeuditz stammenden Kommunisten Kurt Beyer. Um so viel wie möglich über seinen Lebensverlauf zu erfahren, besuchten wir Museen, Archive, recherchierten im Internet und studierten alte Listen und Karteien, auf welchen sein Name zu finden war. Außerdem besuchten wir noch eine Synagoge um uns das nötige Hintergrundwissen anzueignen. Schließlich fanden wir heraus, dass Kurt Beyer 1899 in Papitz geboren und beruflich Kürschner war. Ab dem Jahr 1937 wurde er in „Schutzhaft“ genommen und nur einige Monate später ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Ungefähr ein Jahr später wurde der Kommunist in das KZ Dachau überführt. Dort verstarb Kurt Beyer am 8. Februar 1941 laut Totenschein durch Herz- und Kreislaufversagen. Jedoch wurde zu dieser Zeit oftmals die eigentliche Todesursache verschleiert und durch eine „neutrale“ ersetzt, weil die Bevölkerung nichts über systematische Tötungen wissen sollte.

Weitere Informationen erhielten wir bei einem Interview am 03.03.2016 mit drei Enkelinnen von Kurt Beyer. In diesem Interview erfuhren wir nicht nur interessante Informationen über deren Großvater, sondern bekamen auch erschreckende Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus und der darauffolgenden Jahre.

Im Anschluss könnt ihr einen kleinen Ausschnitt aus dem aufschlussreichen Zeitzeugengespräch lesen.

Interviewer: Wie würden Sie Kurt Beyer, Erzählungen nach, beschreiben?

Enkelin: Er war eine sehr zugängliche und menschliche Person. Er war lieb, immer für andere da, drum war Kurt Beyer ein leichtes Opfer. Wir wurden oft wegen unseres Nachnamens Beyer angesprochen, gerade weil er so ein guter Mensch war und in Schkeuditz überall bekannt war. Außerdem war er ein führendes Mitglied der KPD in Schkeuditz und wirkte auch in einem Sportverein mit.

Interviewer: Was wissen Sie über einen Gedenkstein und sonstige Ehrungen ihres Großvaters?

Enkelin: Es gab damals eine Kurt-Beyer-Straße, welche jedoch in Industriestraße umbenannt wurde. Die heutige Stadtbibliothek trug früher ebenfalls den Namen Kurt Beyers. Weiterhin gab es noch eine BBS und eine Pionierorganisation. Natürlich gab es auch noch den Gedenkstein, der hier am Ort des heutigen Schulhofs des Gymnasiums eingesetzt wurde. Doch niemand weiß, wo dieser abgeblieben ist, er ist einfach verschwunden und nie wieder aufgetaucht.

Interviewer: Wie finden Sie unser Projekt?

Enkelin: Wir sind sehr dankbar und es ist eine Ehre, dass Kurt Beyer wieder geehrt wird. Es macht uns wirklich stolz, dass wir heute hier sitzen dürfen und über unseren Großvater reden können, außerdem hat uns die Anfrage zu diesem Gespräch sehr bewegt. Wir finden es toll, dass auch Menschen, die ihn gar nicht kannten, ihn heutzutage noch ehren.

 

Laura Gaßmann & Annie Mätzschker 9c