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Ein Landessieg für Theresa und Theodor im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Ein Landessieg für Theresa und Theodor im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Es ist ein Glücksfall für einen jeden Geschichtslehrer, wenn Kinder sich durch den Unterricht animiert fühlen, aus der eigenen Familiengeschichte zu erzählen. Geschichte und große historische Zusammenhänge werden häufig viel besser verstanden, wenn sie über Einzelschicksale, unterschiedliche Perspektiven und kleine Geschichten erfahren werden. 

Als eine Schülerin unserer Schule, Theresa, ihre KOL über ein schmerzhaftes und folgenreiches Kapitel ihrer Familiengeschichte schreiben wollte, war mein Interesse in ganz besonderem Maße geweckt. Im ersten Gespräch erfuhr ich, dass Theresas Urgroßmutter, eine damals 18-jährige Siebenbürger Sächsin, im Jahr 1945 von der Sowjetunion in das Gebiet der heutigen Ukraine deportiert wurde, weil man den in Rumänien beheimateten Siebenbürger Sachsen Kollaboration mit Hitler vorwarf. Laut einem sowjetischen Geheimbefehl sollten nun junge Menschen diese Kollektivschuld abarbeiten. Da sich Theresa und ihre Familie noch heute der Siebenbürger Gemeinde und deren Traditionen verbunden fühlt, hat sie auch Zugriff auf Archive und hat diese genutzt.

Zeitgleich erfuhr ich vom diesjährigen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, der zum Thema „Bis hierhin und nicht weiter!? – Grenzen in der Geschichte“ ausgeschrieben war.

Fortan arbeitete Theresa gemeinsam mit Theo – parallel zur KOL! – am Wettbewerbsbeitrag. Dieser sollte ein Film über Theresas KOL-Thema werden. Und er wurde so viel mehr! Viele Gespräche wurden geführt, Zeitzeugen befragt, Archivquellen ausgewertet, Texte geschrieben, Hunderte Fotos und Filmaufnahmen durchforstet, Szenen aufgenommen, verworfen, neu gedreht, geschnitten und mit (von Theo selbst komponierter) Musik unterlegt. Am 28.Februar 2025, dem Tag des Einsendeschlusses, war es dann so weit: gegen 21.30 Uhr konnte der Film eingereicht werden.

Heute, am 28.August 2025, sind Theresa Schneider und Theodor Fuchs während einer sehr feierlichen Preisverleihung im Zeitgenössischen Forum mit einem Landespreis ausgezeichnet worden! Ein großartiger Erfolg! Gab es doch allein in Sachsen über hundert Einsendungen. Vielleicht schafft es der Beitrag der beiden Elftklässler sogar noch weiter: Im Herbst werden die besten Beiträge auf Bundesebene ausgezeichnet.

Susanne Molzahn

(Lehrerin)