Dädalus gilt heute als Vorfahre aller Techniker und Bildhauer. Er war ein brillanter Künstler und Erfinder der griechischen Mythologie. Sein Sohn Ikarus hingegen wird heutzutage gerne als warnendes Beispiel für den jugendlichen Leichtsinn herangezogen.

Die Erzählung dieser beiden mythologischen Gestalten gehört zu bekanntesten griechischen Mythen der Antike und thematisiert den großen Traum vom Fliegen, den die Menschheit schon seit Jahrhunderten beschäftigt.

Dädalus floh mit seinem Sohn Ikarus nach Kreta. Dort baute der begnadete Architekt das sagenhafte Labyrinth ohne Ausgang für König Minos, in welches der König den Minotaurus einsperren ließ. Der Minotaurus ist aus der Liebe zwischen Pasiphae, der Frau des König Minos und einem Stier entstanden. Er ist halb Tier, halb Mensch. König Minos verbot Dädalus und Ikarus, Kreta zu verlassen. Aber die beiden wollten fliehen. Da Minos die Meere genau beobachtete und alle Schiffe kontrollierte, war die einzige Fluchtmöglichkeit der Himmel. Für den talentierten Dädalus kein Problem; er baute aus Federn und Wachs zwei Paar Flügel, mit denen er und Ikarus Kreta fliegend verlassen konnten. Am Tag der Flucht schärfte Dädalus seinem Sohn noch einmal ein, nicht zu hoch zu fliegen, da die Sonne sonst das Wachs zum Schmelzen bringen konnte. Allerdings durften sie auch nicht zu tief fliegen, weil sonst die Gischt des Meeres die Flügel durchnässen konnte.

So flogen die beiden los und waren schon bald über dem offenen Meer. Der junge Ikarus genoss das Gefühl, in der Luft zu schweben und stieg übermütig immer höher und höher. 

Es geschah das, wovor ihn sein Vater gewarnt hatte. Er kam der heißen Sonne zu nahe und das Wachs, was die Federn seiner Flügel zusammenhielt, schmolz, sodass er ins Meer hinabstürzte und ertrank.

Diesen Mythos haben die Latein- Schüler der 12. Klasse in eine moderne Form umgeschrieben und als Theaterstück aufgeführt. Dabei brachten sie geschickt aktuelle Themen zum Ausdruck, wie die Abhängigkeit von technischen Geräten und die große Unlust in Verbindung mit der Schule. Das Stück handelte von der Menschheit, die zur (coronabedingten) Faulheit und Verblödung tendiert. Aber eine erfundene Pille soll sie davor bewahren. Allerdings gehen die Meinungen zum Nutzen der Pille weit auseinander. Während die Erfinderin sie ausschließlich als Hilfe für die Menschen sieht, erkennt ihr Sohn darin die Möglichkeit, großen Profit zu machen und strebt daher eine günstige Massenproduktion an, um mehr und mehr Geld zu verdienen. Das wird ihm letztendlich zum Verhängnis und treibt den jungen Mann in den Tod.

Nach dem Motto: „Wer zu hoch hinaus will, wird tief fallen.“ haben die Schüler ihr Werk durchdacht aufgezogen.

Die Erzählerin leitet durch das Stück, während die Darsteller ihre Rollen sehr überzeugend spielen. Dabei wurde so manches Schauspieltalent entdeckt. Mit viel Liebe zum Detail haben sie sich auch um die Kulisse bemüht, wobei die künstlerischen Fähigkeiten nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Mit ausgezeichnetem Teamwork haben die Schüler ein spannendes Werk auf die Bühne gebracht und an der begeisterten Reaktion der Zuschauer ließ sich ableiten, dass ihr Stück wirklich gut ankam.

                                                                                                                      

Hanna Dähnert