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Rezension – Zerreißprobe Faust – 20.02.13

Ein Theaterbesuch der zehnten Klassen

Ich habe selten eine derart abgedrehte Theateraufführung gesehen! Das Schlimmste ist: Nun muss ich mich dazu auch noch positionieren, was mir zugegebenermaßen etwas schwer fällt. Daher ein kleiner Ausschnitt aus dem Repertoire des Stücks: Ein Mechatroniker mit Gangstermütze steht geisteskrank herumhampelnd auf der Bühne und singt in endloser Wiederholung “Fuck!”. oder: Die in Mäntel gekleideten Schauspieler stehen verwirrt drein blickend herum und geben zweideutige sexistische Äußerungen ab.
Das Stück nimmt seinen Anfang in einer Konfliktsituation der drei Darsteller – dem voll hippen Klempner, dem schwulen Regisseur und der Frau, die anschließend “freiwillig” den Prolog spielt. Nach ein bis zwei inhaltlich zwar stark reduziert, vereinfacht und vulgär wiedergegebenen, aber dennoch relativ originalgetreuen Szenen artet die Handlung aus. Erleben und Reflexionen vermischen sich immer wieder mit dem Streit der Schauspieler über die Inszenierung – daher auch der Titel: “Zerreißprobe”, da das Stück als Probe der Schauspieler inszeniert ist.
Die ganze Darbietung über wird so der Faust von den Gedanken der Schauspieler und Bachscher Musik durchbrochen. Dies stellt an sich kein Problem dar, sondern vielmehr eine Bereicherung, da der Text gespielt und durch die geistigen Ergüsse des Theaterregisseurs zugleich interpretiert wird.
Doch die zwanghaften vulgären Ausdrücke, die pseudomoderne Inszenierung mit überflüssigen, nicht deutbaren Szenen senken den Anspruch der Aufführung beträchtlich.
Hätte man die unnötige Gossensprache herausgelassen, wäre das Niveau um einiges gesteigert worden. Nichtsdestotrotz ist auch so ein halbwegs mäßig akzeptables Stück entstanden, das mit dem Original zwar sehr frei umgeht, aber dennoch (und gerade dadurch) die einen oder anderen guten Ideen einbringt und Akzente setzt, bisweilen gar zum Denken anregt… Moment! “Fuck!”

Hannes Lindig

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