Im Interview mit Frau Kramm – Teil 1

Im Interview mit Frau Kramm – Teil 1

Viele von euch haben sicher schon mitbekommen, dass es in unserer Lehrerschaft ein paar  neue Gesichter gibt. Eine von ihnen ist Frau Kramm. Um ihrer bemerkenswerten Geschichte auf die Schliche zu kommen, hat das Redaktionsteam unseres Gymnasiums die Musik- und Deutschlehrerin etwas genauer unter die Lupe genommen….

Welche Instrumente spielen Sie und mit welchem haben sie angefangen?

Frau Kramm: Ich spiele zwei Instrumente, Gitarre und Klavier. Angefangen habe ich mit Gitarre, aber als mir in der neunten Klasse bewusst wurde, dass ich Musiklehrerin werden möchte, blieb mir nichts anderes übrig, als zusätzlich noch Klavier zu lernen.

Was haben Sie gemacht, bevor Sie zu uns an die Schule gekommen sind?

Frau Kramm: Nach der Wende habe ich begonnen eine polytechnische Oberschule in Leipzig Stötteritz in ein Gymnasium mit umzubauen, an dem ich dann auch gelehrt habe. Und dann habe ich immer nur dort  gearbeitet, immer nur  an der gleichen Schule. Aber dann kam der Moment, als ein Kollege zu mir sagte: „Josephine, du und ich, wir werden mal mit den Füßen zuerst hier herausgefahren.“ Und genau dies war das Zeichen, dass ich in meinem Leben etwas ändern muss. Ich war an einem Punkt angekommen, an dem ich meinte  - und das meine ich jetzt auch genauso im Konjunktiv – alles zu können: Ich hatte alles im Rechner stehen, musste die Stoffverteilungspläne nur noch auf die entsprechenden Wochen umändern, etc. So wollte ich aber nicht bis zur Rente weitermachen, weshalb sich mein Mann, welcher übrigens auch Lehrer ist, und ich uns entschieden haben, einen Versetzungsantrag ins Ausland zu stellen. Und so kam es, dass wir ab 2010 vier Jahre in Kairo verbrachten und dort als Lehrer an einer deutschen Privatschule tätig waren. Zurückgekommen sind wir nicht wegen dem arabischen Frühling oder der Politik, sondern aus privaten Gründen….

Welche Gründe hatten Sie gerade nach Ägypten zu gehen?

Frau Kramm: Man kann sich das Land nicht speziell aussuchen, sondern stellt einen Antrag in Köln und bekommt Angebote, aus denen man sich dann ein Land aussuchen kann. Wir bekamen Vorschläge wie beispielsweise Abu Dhabi, Venezuela, Rio de Janeiro und natürlich Kairo. Unsere Kinder hatten uns gebeten, wenn wir schon ins Ausland möchten, nicht nach Rio zu gehen, und da ich schon in meiner Kindheit ein Jahr in Kairo verbracht hatte, fand ich dies eine schöne Anknüpfung an meine Vergangenheit. Damit stand unser Ziel fest und wir hatten eine wunderbare Zeit mit viel Sonne und Wüste und mit lauten, emotionalen Schulkindern, an die ich mich erst einmal sehr gewöhnen musste. Wenn man aber an einem Punkt angelangt ist und dieses Temperament mag, dann ist es etwas Wunderbares und inzwischen liebe ich diese Eigenschaft ganz einfach….

 

Na, Interesse bekommen? Wenn ihr noch mehr über Frau Kramms Geschichte und ihre Zeit in Kairo erfahren und lesen wollt, dann erscheint für euch in wenigen Tagen der zweite Teil des Interviews. Hier erfahrt ihr dann etwas über den Umgang mit einer völlig fremden Sprache und dem Schulalltag einer deutschen evangelischen Oberschule in Kairo. 

Anna Seehagen, Kl.11