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Kein Tag ist so lang, dass nicht doch der Abend kommt

Mein Name ist Heike Kurz. Ich wurde 1969 in Markranstädt geboren. Aufgewachsen bin ich in Großlehna. Dort habe ich eine sehr schöne, erfolgreiche und fröhliche Schulzeit verbracht. Damals besuchte man noch die 10-klassige Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule, bevor man an einer Erweiterten Oberschule sein Abitur ablegen konnte. Meine Freizeit verbrachte ich ab Klasse 5 größtenteils an den Ufern des Kulkwitzer Sees, wo ich an viel frischer Luft im schnittigen Kajak und später im praktischen Faltboot den für mich denkbar schönsten Ausgleich zum langen Stillsitzen in der Schule fand und sehr glückliche, spannende Jahre mit meinen damaligen Freunden verbrachte. Die meisten meiner Lehrer und Trainer waren große Vorbilder für mich. So beschloss ich entweder Lehrerin oder Trainerin, vielleicht aber auch Ärztin zu werden. Ich entschied mich in Klasse 10 für den Beruf des Lehrers, legte an der EOS “Max Klinger” in Leipzig mein Abitur ab und studierte an der Pädagogischen Hochschule und Technischen Universität Dresden von 1988 bis 1993 die Fächer Geographie und Russisch. Diese  Zeit war sehr aufregend und zuweilen sehr anstrengend, da von uns Studenten nicht nur viele Prüfungen absolviert werden mussten, sondern die Zeiten damals auch von großen gesellschaftlichen Veränderungen, Umbrüchen und Unsicherheiten geprägt waren. Meine Hobbys – die Natur, die Musik, das Paddeln, Wandern und Klettersteigebegehen, halfen mir sehr, in diesen bewegten, für viele Menschen sorgenvollen Zeiten, neben allen Pflichten auch etwas Erholung zu finden. Noch war nicht zu erahnen, wie weit der Weg zurück in die Heimat zum erstrebten beruflichen Ziel werden würde. (Lehrerin, möglichst an der Seite meiner Vorbilder!)

Für die meisten Lehramtsstudenten, so auch für mich, war “beruflich” nach dem Studium bzw. nach dem Referendariat, das ich von 1993 bis 1995 am Gymnasium Markranstädt absolvieren konnte, erst einmal Schluss. Denn es herrschte Einstellungsstopp in Sachsen. Doch ich ließ mich nicht entmutigen und überbrückte die Wartezeiten zwischen den Einstellungsphasen mit Jobs in der Schülerhilfe in Schkeuditz (1995-96,1997-98), einer Vertretungslehrerstelle in Leipzig am Kant-Gymnasium  (1996-97) sowie einer befristeten Stelle als Integrationslehrerin für Spätaussiedler an einer Sorbischen Mittelschule in der Lausitz. (1998) Angesichts der damals in meiner Heimat ausweglosen Lage für junge Lehrer bewarb ich mich auch für das Lehrerentsendeprogramm der BRD. Mit Erfolg.

So führte mich mein Weg ins ferne Sibirien an ein musisch-humanistisches Gymnasium in der Stadt Tomsk/Westsibirien und ich startete das 3. große Abenteuer in meines Lebens: “Sibirien und mein Leben als Bundesprogrammlehrerin an einer russischen Schule mit vertieftem Deutschunterricht”. Von 1998-2001 führte ich die mir dort anvertrauten Schüler zu den staatlichen deutschen Abiturprüfungen des Deutschen Sprachdiploms, DSD II, der Kultusministerkonferenz des Bundes und der Länder der BRD. Ich unterrichtete Schüler der 5.-11. Klassen in Deutsch als Fremdsprache im regulären Unterricht sowie in Spezialkursen, war mit der schulinternen Fortbildung der russischen Deutschlehrer betraut, durfte die Schule am Tomsker Institut für Lehrerfortbildung und an der Tomsker Staatlichen Universität repräsentieren und ehrenamtlich am Russisch-Deutschen Haus Tomsk tätig sein. Aber natürlich war ich auch verpflichtet, mich selbst intensiv weiterzubilden, z.B. auf eigens dafür vorgesehenen Seminaren für russische und deutsche DSD-Lehrer. Ich erlebte eine beeindruckende, sehr intensive und beruflich sehr erfüllende Zeit, großartige Menschen, unvergessliche Begebenheiten…, aber auch Sehnsucht nach meiner Heimat, meinen Freunden und Verwandten…

So schrieb ich weiterhin zahlreiche Bewerbungen für das Inland und kehrte nach 3 langen, bis -48 ° C kalten Wintern zurück nach Sachsen, wo ich endlich eine unbefristete Stelle an der Sorbischen Mittelschule Worklecy ergattern konnte. Ein Kompromiss, den ich nicht bereuen sollte. 2 Jahre unterrichtete ich sorbische und deutsche Schüler in Geographie, Deutsch und Russisch, lernte selbst noch Sorbisch als 2. slawische Sprache. Doch obwohl ich mich an der SMS Worklecy ausgesprochen wohl gefühlt habe, wurde ich traurig darüber, dass ich mich nicht entsprechend meines Lehramtes weiterbilden konnte. Auch nagte jetzt, nach allem im Auslandsschuldienst Erlebten, tatsächlich das Fernweh an mir – was ich selbst nie für möglich gehalten hätte! Und dann erschien im Internet auch noch die Stellenausschreibung für die Koordination des Lehrerentsendeprogrammes der BRD für Sibirien! Ich kam ins Grübeln. Solche Stellen wurden vorzugweise durch berufserfahrene Beamte der alten Bundesländer besetzt. Hätte eine Bewerbung Erfolg? – Auf jeden Fall würde ich neue Erfahrungen sammeln können! Das tat ich.

Ab 2003 bis 2006  verbrachte ich die beruflich intensivsten und vielseitigsten, aber auch die anstrengendsten Jahre meines Lebens – in Novosibirsk/Westsibirien. Eine sehr erfüllende, interessante und schöne Zeit. Mein Zuständigkeitsgebiet reichte von Jekaterinburg bis Irkutsk und meine Tätigkeitsvereinbarung umfasste einige Seiten. Zu den schönsten Aufgaben gehörten die Durchführung und Abnahme der DSD-Prüfungen in den Partnerschulen, Organisation und Durchführung von Weiterbildungsseminaren für deutsche und russische Lehrer im DSD-Programm, Zusammenarbeit und Verhandlungen mit Partnerschulen und Partnerinstitutionen sowie Bildungsbehörden in den Regionen, die Betreuung des Junglehrer-Mentoren-Programmes, viele organisatorische und Verwaltungsaufgaben im Büro, z.B. Koordination der Lehrmittelversorgung, des Lehrereinsatzes, des Lehrer- und Schüleraustausches usw., Hospitationsreisen für die Erstellung von Gutachten oder Beurteilungen, Wettbewerbe und natürlich zahlreiche Repräsentationsaufgaben sowie eigene Weiterbildungspflichten. Keine Zeit für Heimweh also und so wenig Schlaf wie noch nie in meinem Leben. Abenteuer 4 – mein Leben als Koordinator in Novosibirsk dauerte 3 Jahre.

Im Jahre 2006 kehrte ich nach Sachsen zurück. Mein Weg führte mich zunächst an das Sorbische Gymnasium in Bautzen, wo ich in meinen Fächern unterrichtete und mich wieder mit der Sorbischen Sprache beschäftigte. 2 Jahre später wurde ich für ein Jahr nach Großröhrsdorf abgeordnet und hatte 2009 endlich Erfolg mit einem Versetzungsgesuch. Seither unterrichtete ich in Leipzig am Gymnasium  Neue Nikolaischule Geographie, Russisch, Integrationsschüler in Deutsch als Zweitsprache sowie im Naturwissenschaftlichen Profil. Seit August 2017 bin ich schließlich im Gymnasium Schkeuditz mit seinen beiden schönen, modernen Häusern angekommen. Hier unterrichte ich in meinen beiden Fächern und in Nawi-Profil.  Ich freue mich auf die vielen neuen Schüler, Kollegen und Freunde und auch darüber, dass sich nun ein Kreis in meinem Leben schließt. – Wege entstehen beim Gehen! Dieser hier war nicht gerade kurz, aber dafür spannend und äußerst bereichernd. Ich möchte keine Etappe mehr missen. Jetzt aber, beginnt ein neues “großes Abenteuer” – eine neue große Herausforderung. Vielleicht kann ich etwas von den früheren sinnvoll hier einbringen. Das erste große Abenteuer, an dem ich sehr gewachsen bin, das war der Fernwanderweg von Eisenach nach Budapest, 2690km mit Rucksack und zu Fuß in den Ferien als Schüler und Student. Und die zweite ein weiterer Fernwanderweg durch die “westliche Welt”, quer über die Alpen und dann in die Klettersteige der Dolomiten. Es gab noch einige andere, aber ich kann hier nicht alle verraten. Ich bin sicher, ohne die beiden ersten großen Herausforderungen in meinem Leben, ohne den Sport und die Menschen, die mir auf meinem Weg begegnet sind, hätte ich alle weiteren nicht meistern können. Nun freue ich mich auf das, was noch kommt.

Heike Kurz