Think Positive – Stay Negative

Zuerst ist eine Sache klarzustellen: AIDS ist keine Krankheit. Es ist nicht mal eine Infektion, wie viele vielleicht im nächsten Moment denken mögen. Es ist hingegen die Bezeichnung des Endstadiums eines mit dem HI-Virus infizierten Körpers.

Dieses weit verbreitete Missverständnis und auch einige andere Fragen zum Thema HIV und AIDS wurden am Dienstag, dem 15.9.15 angesprochen, als sich die Klassenstufe 11 zu einer Lesung um einen sich an unserer Schule bereits etablierten Autor versammelte. Matthias Gerschwitz, der bereits im letzten Jahr bei uns gastierte, veröffentlichte diesen Februar den zweiten Teil seines Werkes “Endlich mal was Positives”, in dem er seine eigenen Lebenserfahrungen als HIV-Erkrankter mit der Leserschaft teilt.

Begrüßt wurden die Elftklässler zuächst von einer Vetreterin des Gesundheitsamtes, die einen offenen Zugang zur Beratungsstelle zum Thema HIV und AIDS ansprach. Anschließend stellte sich der Autor vor, wobei er gleich zu Beginn zu verstehen gab, dass er selbst seit 20 Jahren den HI-Virus in sich trägt. Er ging offen und teilweise auch humorvoll mit dieser Tatsache um, was vielleicht auch dem Umstand geschuldet ist, dass er sich seit 2001 in Therapie befindet und sich die Viren in seinem Körper zum aktuellen Zeitpunkt unter der sogenannten “Nachweisgrenze” befinden. Was bedeutet das konkret? Er ist nicht ansteckend.

Es wurden viele Punkte angesprochen. Von seinen persönlichen Erfahrung mit der Krankheit, über die Möglichkeiten zur Feststellung, die verschiedensten Verschwörungstheorien zur Entstehung der Infektion, die Therapiemöglichkeiten bis hin zur Vorbeugung und zum Schutz vor HIV und AIDS. Seine Aussagen untermalte der Autor mit ausgewählten Passagen aus seinem Buch, welches dem Vortrag die Schärfe nahm und bei den Schülern deutlich mehr Eindruck machte, als es ein bloßes Aufzählen der Fakten getan hätte.

Zum Abschluss der Lesung wurde Matthias Gerschwitz zum Dank für seine Anwesenheit und Mühen ein kleines Präsent überreicht, welches die Schüler bereits im Vorraus organisiert hatten. Seiner Reaktion zufolge war er von diesem Umstand positiv überrascht. Mit den Hallorenkugeln hatte die Schülerschaft wohl genau ins Schwarze getroffen.

 

Sandra Naleppa, 11

DSCN0436