Savu. Kasumai?

Savu. Kasumai?

So begrüßt man sich in Gambia, es bedeutet: Hallo, wie geht`s?
Sicher fragt ihr euch jetzt, warum man das wissen sollte. Ganz einfach: seit dem letzten Schuljahr haben wir, die Klasse 6c eine Patenschaft/ Brieffreundschaft mit einer Schule in Gambia aufgenommen.
Aber wo liegt die Republik Gambia eigentlich? Gambia ist 11.295 Quadratkilometer groß (Deutschland hat eine Fläche von ca. 357.000 km2!) und somit das kleinste Land Westafrikas. Es erstreckt sich vom Atlantik bis in den Senegal hinein, entlang des Gambia-Flusses.

Die Einwohnerzahl Gambias liegt bei ca. 1,84 Millionen Einwohnern, Deutschland dagegen hat 81,31 Millionen Einwohner. Viele Menschen leben auf dem Lande, arbeiten als Bauern und sind sehr, sehr arm. Nun stellt euch vor, ihr wohnt kilometerweit entfernt von der Schule, müsst also täglich erst viele Kilometer zu Fuß gehen (denn Autos kann sich kaum einer leisten), um in die Schule zu kommen. So beginnt nämlich ein Schultag der Kinder aus unserer Patenklasse in Gambia. Vermittelt wurde uns diese Patenschaft über den Verein „Socialis for the Gambia e.V.“, welcher regelmäßig Treffen und Informationsveranstaltungen in Leipzig organisiert. Der Verein besteht seit 1999 aus ehrenamtlichen Mitgliedern, die es sich zum Ziel gemacht haben, die schulische und berufliche Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in The Gambia mit materieller und ideeller Hilfe zu unterstützen. Durch Mitgliedsbeiträge und Spenden wird gambischen Kindern aus armen und kinderreichen Familien eine schulische und berufliche Ausbildung ermöglicht, denn anders als bei uns muss in Gambia die Schulausbildung bezahlt werden. Frau Schliemann hat den Kontakt zu einem Mitglied des Vereines hergestellt und uns gefragt, ob wir gern Brieffreundschaften aufnehmen würden. Dies bejahten alle und schon ging es los. Da in den Schulen vorwiegend in englischer Sprache unterrichtet wird, schreiben auch wir unsere Briefe in Englisch. Leider müssen wir und unsere Freunde in Gambia immer sehr, sehr lange auf Post warten, denn die Briefe werden persönlich von Mitgliedern des Vereins in unserer Patenklasse abgegeben. Und da man nicht einfach mal so schnell nach Gambia fliegen kann, müssen wir eben warten bis es jemand vom Verein tut, das passiert so ca. alle 4 – 6 Monate. Uns gefällt diese Brieffreundschaft sehr, denn wir lernen nicht nur eine neue Kultur kennen, sondern erfahren auch viel über die Lebensumstände der Menschen dort. So waren wir sehr erschrocken, dass die Kinder zwar in unserem Alter sind, aber nicht im Geringsten über die Lernhilfen, Spielzeuge und technischen Dinge verfügen wie wir. Dort hat nicht jeder ein Handy, einen Nintendo oder eine PSP, von Fernsehern brauchen wir gar nicht erst reden. Diese Kinder freuen sich noch über die einfachsten Dinge, wie Aufkleber, Kaugummis oder Ausmalbücher. Das zeigt uns, wie gut es uns in Deutschland geht und dass wir, wenn wir mal wieder unbedingt etwas Neues haben wollen, bedenken sollten, dass ein wenig Bescheidenheit auch uns nicht schaden würde.
Victoria Leube, Klasse 6c, Patin von Hatab Bojang

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