Gedanken zu einem schwierigen Thema – Der Religionskurs Klasse 10 auf Exkursion in ein Leipziger Hospiz –

Sterben werden wir alle einmal. Doch wir wissen nicht wann. Aber was würden wir machen, wenn wir wüssten, dass wir nur noch einige Wochen zu leben hätten? Menschen, die diese Nachricht vom Arzt übermittelt bekommen, weil man sie medizinisch nicht mehr am Leben erhalten kann, können darüber wohl erst einmal nicht nachdenken. Sie haben starke Gefühlsschwankungen und wissen verständlicherweise nicht damit umzugehen.

Doch es wird ihnen die Möglichkeit gegeben, ihre letzten Wochen oder gar nur Tage in einer Einrichtung zu verbringen, wo sie 24 Stunden Hilfe und Versorgung bekommen, um sich schmerzfrei und im besten Zustand dem Ende zu nähern, wobei sie jederzeit von Bekannten besucht werden können. Solch eine Einrichtung nennt man Hospiz. Hier wird also professionelle Sterbebegleitung in Wohnatmosphäre angeboten.

In Verbindung mit dem Unterrichtsthema Tod haben wir, der Religionskurs der 10. Klasse, mit Frau Valdorf am 12. Juni 2013 das Hospiz „Villa Auguste“ in Leipzig Probstheida besucht. Dort trafen wir uns im Gebäude des Hospizvereins mit der Vereinsvorsitzenden Frau Helmers und konnten unsere Fragen klären. Sie war sehr offen uns gegenüber und natürlich hatten wir bei solch einem Thema auch ein komisches Gefühl. Doch Frau Helmers erzählte uns Geschichten, bei denen wir merkten, dass man im Hospiz nicht nur mit Tod und Trauer konfrontiert wird. Ganz im Gegenteil, man versucht, das Beste daraus zu machen und versucht sich letzte Wünsche zu erfüllen, macht sich vielleicht mal kleine Geschenke oder spielt zusammen. Es kam sogar schon vor, dass die „Gäste“ des Hospizes in der Küche miteinander getanzt haben.

Und so hatten wir alle nach diesem Tag eine interessante Erfahrung gemacht und uns ein bisschen mehr mit dem Thema Tod beschäftigt, als auch Denkanstöße bekommen, wie man versuchen kann, das Beste aus seinem Leben zu machen, selbst wenn einem nur noch ein kurzer, überschaubarer Zeitrahmen zur Verfügung steht. Es ist gut, dass es Menschen gibt, die den Sterbenden im Hospiz so selbstverständlich beistehen und den Tod nicht ignorieren, denn die Betroffenen können es ja auch nicht und das Miteinander macht es ihnen bestimmt leichter, als wenn sie allein sein müssten. Gleichzeitig wurde mir nach diesem beeindruckenden Besuch im Hospiz erneut bewusst, wie wichtig es ist, seine Lebenszeit sinnvoll zu gestalten und was einem wichtig ist, auch zu (er)leben und nicht zu verschieben, bis man durch einen Schicksalsschlag dazu gezwungen wird, sich für einpaar Träume und Wünsche zu entscheiden, die vielleicht noch erfüllbar sind.

 

(Jonas Oehmichen, 10b)