Faust – Eine wahre Tragödie

Das trifft auf jeden Fall zu, wenn man bedenkt, was die 11. Klassen am 12.11. abends in Weimar ertragen mussten…

Faust, ein Stück, das jeder von uns nur zu gut kennt, ein „Juwel in der Literatur“, jaja, dargestellt im Nationaltheater in Weimar, das kann ja nur spektakulär werden.

Nein. Wirklich, das einzig Spektakuläre an dem Abend waren die unprofessionellen Skateboard-Stunts der anderen jugendlichen Theatergäste, die vorm Gebäude warteten.

Ernsthaft, selbst ich, als eigentlich theaterbegeisterte Schülerin war restlos enttäuscht. Das Stück war eine Katastrophe, ein Desaster!

Angefangen bei den Sitzplätzen: Ganz oben, man sieht nicht einmal alles, es ist unglaublich stickig und da die Schauspieler ohne Mikrofon sprechen, versteht man so gut wie nichts.

Das sind natürlich die perfekten Bedingungen, um einem Theaterstück, das spannend sein müsste, zu folgen.

Denkt man an „Faust“, hat man sofort Mephisto, den Teufel himself im Kopf, der schräge Sachen macht, tausende Fallen stellt, den „Geist, der stets verneint“ usw… und dann noch den gestrandeten Professor, der nichts mehr mit seinem Leben anzufangen weiß, dem Selbstmord nahe… schließlich diese Liebesgeschichte und die Sache mit der wahrhaft teuflischen Magie…

Mann, wenn man das in einem „modernen“ Theaterstück verpackt, sollte das unglaublich werden. Aber die Inszenierung war echt … Kaum Requisiten, Kunstblut, das ständig quer über die Bühne spritzte, ein seltsamer Amerikaner, dessen Rolle schwer zu erraten war, ein nicht ganz jugendfreies Bühnenbild, und die richtigen Actionszenen wurden durch seltsame farbexplosive Videoaufnahmen ersetzt.

Und wenn man dann, als vielleicht mittelmäßig interessierter Jugendlicher, dasitzt, nichts versteht und das Stück einfach schlecht ist, richtig schlecht, dann passiert es schon einmal, dass einem langsam die Sinne schwinden, ich meine, so ein Theaterstuhl ist bequem und schön warm… da wird einem ja ganz kuschelig, wenn es dann so schummrig ist… naja, es war ja wirklich spät, da kann es schonmal passieren …

 

Fazit: Es gibt gute Faust-Verfilmungen, da muss man sich nicht dieses Stück antun 😉 … selbst das Buch an sich ist um Meilen besser, auch wenn die gespielte Variante dem Ganzen eigentlich Leben einhauchen sollte.

 

Emma Börner, 11. Klasse

K1600_Panoramabild 2 K1600_IMG_9164 K1600_Panoramabild 1 K1600_IMG_9154 K1600_IMG_9163 K1600_IMG_9150 K1600_IMG_9149