AG ÖKOLOGIE (GTA) verfolgt die Entwicklung des Dreieckswaldes

AG ÖKOLOGIE (GTA) verfolgt die Entwicklung des Dreieckswaldes

Unserer Einladung zur Flurbegehung am 30.05.2018 auf der Papitzer Höhe folgten Mitarbeiter des Flugghafen Leipzig-Halle, der Abteilung Stadtforsten beim Amt für Grünflächen und Gewässer Leipzig und   der Stadt Schkeuditz. Der Flughafen unterstützt das Projekt “Ökologische Vielfalt entsteht auf Ausgleichsflächen in Schkeuditz-Ost” bereits seit 2007. Es ist interessant zu verfolgen, wie aus kleinen Stecklingen Bäume werden und wie sich ein langjährig als Ackerland genutzter Boden mit fortschreitender Waldentwicklung verändert, meinten die anwesenden AG-Mitglieder Mara Löchel (Klasse 6a) und David Dzialas (Klasse 8b). Das Praktizieren ökologischer Untersuchungsmethoden auf der Ausgleichsfläche und im Labor war 2016/17 sogar  ein Baustein im naturwissenschaftlichen Profilunterricht/Fach Geografie der 10. Klassen am Gymnasium Schkeuditz.

Der von Dezember 2015 bis April 2016 südlich vom Flughafen Leipzig/Halle zwischen Bundesstraße 6 & Bahnstrecke und dem Ortsteil Papitz  gepflanzte Dreieckswald entwickelt sich prächtig. Die vom Flughafen mit zirka 670.000 € finanzierte und von der Stadt Leipzig realisierte Waldneugründung war erfolgreich. Auch die im letzten Jahr durchgeführten Nachpflanzungen haben die wegen Hitze und Trockenheit entstandenen Lücken auf der 28 ha großen, in 7 Areale unterteilten, mit Wildverbissschutzzaun umgebenen und von Wegen durchzogenen Ausgleichsfäche geschlossen, berichtete Opitz, Abt. Stadtforsten Leipzig. Wenn das Wetter mitspielt, wird der Wald wie geplant seine ökologischen Leistungen, wozu auch der Lärmschutz zählt, entfalten. Insgesamt mehr als 200.000 Bäume und Sträucher, darunter 84.000 Traubeneichen (50%) , bilden den Wald im 2. Standjahr. Dem Beobachter präsentiert sich ein artenreicher Wald, der an den Standort und  Klimawandel angepasst ist. Neben Traubeneichen erkennt man in der Quartierbepflanzung auch Winterlinde (15%), Hainbuche (15%), Feldahorn (10%), Vogelkirsche (5%) und Eberesche (5%). Sichtbar sind  jetzt schon die zukünftig schallschluckenden Koniferenhecken, und wer genau hinschaut, erkennt sogar Mammutbäume und viele andere, selten gewordene Gehölzpflanzen. Auffallend ist der ökologisch wertvolle, 18 bis 30m breite  Waldsaum aus  Sträuchern und niedrig wachsenden Bäumen, wie Schlehe, Kreuzdorn, Faulbaum, Hartriegel, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Haselnuss, Schneeball, Hagebutte, Wildapfel und Wildbirne. Die  Kulturpflege umfasst derzeit das Mähen/Mulchen des Wildpflanzenwuches zwischen den Baumreihen, um den Gehölzen beste Entwicklungsbedingungen zu garantieren. Sitzstangen locken Greifvögel an und erleichtern ihnen die Ansitzjagd auf Mäuse. Mit der Waldneugründung auf der Papitzer Höhe wird  der Forderung nach mehr Lärmschutz und Luftreinhaltung entsprochen sowie zur Waldmehrung in unmittelbarer Nähe zum Auwald beigetragen.

 

Dr. Jürgen Unger, Leiter der AG ÖKOLOGIE (GTA)